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Hüftgelenks-erhaltende Chirurgie

Das Hüftgelenk hat zwei wichtige Funktionen : das Gelenk muss Kräfte vom Rumpf auf beide Oberschenkel übertragen und eine Beweglichkeit beider Oberschenkel in den drei Ebenen gewährleisten.

Beste Kraftübertragung geht über maximale Überdachung des Femurkopfes. Beste Gelenksbeweglichkeit geht über minimale Einschränkung dank einer minimalen Überdachung des Femurkopfes.

Wir meinen, dass die Mehrheit der Gelenksprobleme und Hüftschmerzen mit einer Inkompatibilität zwischen Morphologie und Funktion zu erklären ist.

Operationen, die am Hüftgelenk das labile Gleichgewicht zwischen Morphologie und Funktion zu korrigieren vermögen, gehören zur Hüftgelenks-erhaltenden Chirurgie.

Offene Hüftgelenksrevision

Es gibt Hüftgelenke, bei denen der Bewegungsausschlag vom Gelenk selber (Knochen und Knorpel) und nicht von Gelenkskapsel und Muskeln gebremst wird.

Dieses mechanische Verhältnis kann zu Schmerzen und frühzeitiger Arthrose führen. Durch eine direkte, weichteilschonende Gelenksrevision (Hüftluxation*) kann die Gelenksoberfläche und besonders deren Rand korrigiert werden (Hüftpfannenrand, Hüftlimbus, Cheilektomie des Hüftkopfes).

Dieser Eingriff ist wenig invasiv und erlaubt in der Regel eine schnelle Rehabilitation. Er mag somit eine frühzeitige Gelenkszerstörung beim jungen Patienten aufhalten.

* Chirurgische Hüftgelenksluxation

Becken-Osteotomien

Es gibt Hüftgelenke, die eine regelrechte Fehlstellung aufweisen, bei denen besonders die Hüftpfanne involviert ist. Die Gelenksinstabilität, die Scher-Kräfte und -Bewegungen im Kugelgelenk erlaubt, ist besonders Arthrose fördernd.

Diese Fehlbildungen gehören zu den sogenannten Hüftdysplasien. Die Muskulatur vermag nicht mehr die Gelenksstabilität zu gewährleisten.

Der morphologische Fehler ist zu gross, um ihn mit einer einfachen offenen Hüftrevision zu beseitigen. Die Fehlstellung kann mit einer drei-dimensionnellen Umstellung der Hüftpfanne aufgehoben werden.

Durch gezielte Knochenschnitte (Ostetotomien) um die Hüftpfanne herum (PAO) wird das Gelenk befreit und in drei Ebenen gedreht und verschoben. Ziel ist, eine Gelenkstabilität mit einer freien Beweglichkeit herzustellen.

Dabei muss ein eventueller Anschlag am Gelenksrand vermieden werden. Die Präzision der Einstellung wird am besten mit einer computertomographischen Bildanalyse und evtl. prä-operativer Simulation der Korrektur geplant.

Man kann somit Abduktion/Adduktion Dysplasie und Korrektur (R1), Extension/Flexion Dysplasie und Korrektur (R2) und Anteversion/Retroversion Dysplasie und Korrektur (R3) bestimmen.

Hüft-Osteotomien – Osteotomien des hüftnahen Oberschenkelknochens

Nach Hüftfrakturen, bei Hüft-Dysplasien oder anderen Krankheiten und Fehlstellungen, kann die Hüfte schmerzhaft werden und sich progressiv eine Arthrose einstellen.

Wenn die Fehlstellung auf der Oberschenkelseite des Gelenks ist, kann mit einer Umstellungs-Osteotomie die Stabilität und Kongruenz der Hüfte verbessert werden.

Nach einer adäquaten radiologischen Studie wird der Oberschenkelknochen (Femur) hüftnah durchtrennt (intertrochantäre Osteotomie, IO) und der Hüftkopf in drei Ebenen neu eingestellt.

Ein « Risikosportler » ist ein Athlet, der behauptet, stärker zu sein als die Gefahr... (Gunter Gebauer, Philosoph)